Yoga & Ashtanga Yoga Philosophie
Yoga
von yuga "Joch", yui steht für "zusammenbinden, anspannen, anjochen"
Yoga wird als Vereinigung, Integration oder "Unterjochung" der Bewusstseinsregungen (chitta-vrittis oder Gedankenrauschen, laut The Yoga Sutras of Patanjali") im Sinne der "Selbstbeherrschung" interpretiert. Yoga ist Lebensart, Denkphilosophie, Weg zur bewusster Wahrnehmung. Liebe zur Lebendigkeit und Wandlung, Weisheit zum Wohl des Menschen aus einer seit einigen Tausend Jahren praktizierten Zusammenführung von Ethik, Physiologie, Wissenschaft und Spiritualität. Auf Liebe und Vertrauen als Grundvoraussetzung um zu Lernen, trifft man in Yoga als allererstes.
Alle Yoga-Denkschulen reden von dem Beruhigen des Gedankenrauschens mit dem Ziel, Klarheit zu erhalten. Die Grundidee ist die Einheit des Individuums (atma) mit dem Universellen (paramatma). Die Yogaphilosophie bzw. Yoga Patanjala Philosophie geht auf im praktischen Ashtanga Yoga (verwandt mit Sankhya und der Vedischen Philosophie). Durch Ashtanga Yoga versucht man den Verstand/Gedanken/Seele/Körper in seiner Vielschichtigkeit des Seins, im Wachstum und Leiden zu beobachten, um sich klar wahrzunehmen und dadurch Kraft für bewußte Änderung zu bekommen.
In der Yogatherapie geht man auf die gegenwertige Konstitution ein, um eine Harmonie in der Gesamtheit durch Übungen zu schaffen. Ziel ist die Stärkung des Willens durch Erkennen, um Kraft zu haben und gesund zu sein. Yoga ist keine Medizin, eher ist es ein Weg eigene Selbstheilungskräfte zu aktivieren und zu stärken.
Es gibt viele verschiedene Yogaarten: z.B.
Iyenger, Hatha, Kundalini, Ashtanga, Bikram.
Alle diese finden Ihre Wurzeln im bedeutsamen Werk - Yoga Sutras - (3-4 Jahrhundert vor Chr.) - wo Maharishi Patanjali verschiedene Yoga Übungen und Traditionen systematisiert und in Form von 195 Aphorismen (Sutras) niederschrieb.
Ashtanga Yoga - Acht Glieder der Einheit
Ashtanga Yoga heißt acht Glieder der Einheit. Sri K. Pattabhi Jois unterrichtet heute, was er von seinem Guru Krishnamacharya gelernt hat. Pattabhi Jois traf diesen im Jahre 1927 und studierte bei ihm mehr als 25 Jahre lang das Ashtanga Yoga (Zitat Pattabhi Jois, Februar 2004).
Sri K.Pattabhi Jois, BKS Iyengar, Desikachar (sein Sohn) und Indra Devi sind Schüller von Guru Krishnamacharya. Die Geschichte der Ashtanga Yoga geht zurück auf den grossen Yogi Rama Mohan Brahmachari, der zu Anfang des 20. Jahrhunderts zurückgezogen in den Höhlen des Himalayas gelebt hat. Im Jahr 1916 wurde er von Sri Tirumali Krishnamacharya für fast 8 Jahre besucht, um zu lernen. Sri Tirumali Krishnamacharya machte sich 1925 auf den Weg die Yoga Korunta-Schrifften zu finden. Er fand diese in der Universitätsbibliothek in Kalkutta. Yoga Korunta ist ein altes Manuskript und die Basis für das Asana-, Vinyasa- und Bandha System des Ashtanga Yoga. Sri Tirumali Krishnamacharya lernte auch die Yoga Sutren. Die Tradition der Ashtanga Yoga lehnt sich stark an die Schrifften - Yoga Sutras - von Maharishi Patanjali an. In Yoga Sutren wird Yoga als "Gedanken zur Ruhe bringen" (yogas chitta-vritti-nirodha) definiert. Der Weg wird durch die Acht Glieder der Einheit beschrieben: Jedes Glied ist als Einheit von Acht zu sehen.
Yama (Das Verhalten Anderen gegenüber)
Niyama (Das Verhalten sich Selbst gegenüber)
Asana (Übungen der Yogastellungen)
Pranayama (Beherrschung des Atems)
Pratyahara (Sich-nach-Innen-Ausrichten und Zurückziehen der Sinne)
Dharana (Konzentration)
Dhyana (Meditation)
Samadhi (Kontemplation, Einswerdung)
Yoga-Asanas beziehen sich auf den physischen Körper und werden in Ashtanga Yoga unterichtet. Nach und nach lernt man bewust das Wechselspiel aller acht Glieder kennen.
Ashtanga Vinyasa Yoga
Dristi heißt im Ashtanga Vinyasa Yoga durch einen klaren Fokus mit der Atmung und der Bewegung im Fluß zu bleiben. Durch regelmäßiges Üben wird dieses schnell im Alltag spürbar. Der Willen und das Gleichgewicht wird gestärkt, man füllt sich kräftiger und flexibler, audauernder und entspannter.
Ashtanga Vinyasa Yoga ist Meditation in der Bewegung - Synthese von physischem Hatha Yoga und mentalem Raja Yoga.
In der Praxis sind die Asana-Körperstellungen durch die Vinyasa-Synchronisierung von Atem und Bewegung verbunden. Bandhas-Verschlüsse werden aktiviert und damit "Hitze" erzeugt. Diese Hitze hat eine starke reinigende Wirkung auf Muskeln und Organe. Durch das Fixieren der Blickrichtung - Dristi - erhält die Praxis mehr Fokus. Der Atem reguliert das Vinyasa und sorgt damit für eine gute Blutzirkulation.
Die kontinuierliche und gleichmäßige tiefe Atmung - Ujjayi - ist sehr wichtig. Die Atmung trägt die Bewegung. Diese Bewegung harmonisiert durch Atmung mit den Asanas. Die Übungen werden fließend, präzise und sanft. Die Übungen werden mit viel Konzentration und Gefühl ausgeübt, um Beweglichkeit, geistig-emotionale und körperliche Klarheit und Bewusstheit zu erreichen.
Ujjayi, Asanas und Dristi sind durch richtiges Ausüben ein möglicher Weg zu bewussterer Wahrnehmung der Sinne und sich selbst.

